»Kritik«
„PD“ – in diesem Werk steht die Abkürzung sowohl für „per diem“ (deutsch: „Reisekosten/Tagegeld“) für eine kurze Reise in die Psyche als auch alternativ für „Psycho-Vorhänge“. „PD/Psycho Drapes“ ist die Manifestation einer Bildidee, die sich aus der Erinnerung an den Song „Psycho Killer“ im Konzertfilm „Stop Making Sense“ Mitte der 1980er Jahre entwickelte, als ich das Lied nach längerer Zeit wieder hörte. Im Gegensatz zum Titel des Stücks befasst sich der Text mit Ängsten, die den Durchschnittsmenschen plagen – ein psychologischer Thriller, der sich in den Grenzen des eigenen Geistes abspielt. Er durchläuft ein Spektrum emotionaler Unruhe, die nicht unbedingt mit den extremen Handlungen verbunden ist, die der Titel suggeriert, sondern vielleicht mit den alltäglichen „Tötungen“ – des Geistes, des Diskurses, der Verbindung –, denen wir begegnen. „Psycho Killer“ richtet den Fokus nach innen und zwingt die Zuhörer, sich unbequemen Wahrheiten in sich selbst zu stellen.
Unsere Psyche gleicht einem nebligen Sumpf, der sich hinter geschlossenen Vorhängen verbirgt. Sie ist düster und unbequem, und wenn sie hervortritt, wirkt es, als hätten sich die Vorhänge zu einer anderen Welt geöffnet. Genau das greift „Psycho Drapes“ auf – inspiriert von „Psycho Killer“. Als Erstes fallen die Moorlandschaften in der Bildmitte auf und das aus dem Dunst auftauchende Gesicht des jungen David Byrne. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass in der unteren Gesichtshälfte ein weiteres Gesicht hervortritt – das des Altmeisters der Tiefenpsychologie, Sigmund Freud. Dieser Name/dieses Bild kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn der Begriff „Psycho“ fällt. Die Vorhänge rechts sind nicht vollständig geöffnet, manches bleibt noch verborgen. Hinter den Vorhängen links, die ebenfalls nur teilweise geöffnet, aber teils durchsichtig sind, ist auch ARSlohgo im Bild; schließlich entstand es in seinem Kopf. Er beobachtet diese Psycho-Szene auf seinem Smartphone. Allerdings vermittelt dieses Bilddetail eher den Eindruck, hinter Gittern gefangen zu sein – eingesperrt in der eigenen Psyche – mit dem Hilferuf: „Holt mich hier raus“ … Die Textphrase in der rechten unteren Ecke besteht aus zwei Zeilen aus „Psycho Killer“, wobei ich die zweite Zeile auf meine eigene Weise umformuliert habe.
