»Kritik«
Denkt man über das Leben nach, so muss man über den Tod nachdenken, denn das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Und nur in der Komplementarität der beiden Begriffe lässt sich der wirkliche Stellenwert des Lebens für den Einzelnen erkennen. Der Mensch, der den Tod fürchtet, möchte nach Möglichkeit nicht an den Tod denken. Zudem schafft er sich Konstrukte wie die unsterbliche Seele oder das Leben nach dem Tod, um sich selbst zu beruhigen. Doch er macht sich (einmal mehr) etwas vor – hier folge ich Sartre und übernehme seine Begrifflichkeit –: der Tod eröffnet keine neuen Wege sondern ist die vollständige Aufhebung aller Möglichkeiten. Er ist eine „Nichtung“, die außerhalb der menschlichen Freiheit liegt. Mit dem Tod erfolgt eine radikale Entfremdung, der Mensch wird zur Sache, – eine doppelte Entfremdung sogar, denn er existiert nurmehr im Gedächtnis der Anderen (wenn überhaupt, und wie lange).
Was bleibt, wenn nicht das Nichts?
„inevitable nature of nothingness“ ist Ausdruck meiner Gedanken zum Tod.
