»Kritik«
Sehen, Wahrnehmen, Erleben, Erzeugen, Reproduzieren, Farbe verwenden – das ist eine außerordentlich komplexe Angelegenheit, über die wir für gewöhnlich keinen Gedanken verschwenden und die wir einfach als selbstverständlich hinnehmen. Ich selbst hatte mich mit Farbe kaum näher beschäftigt, bis ich Kai Kupferschmidts Buch Blau – Wie die Schönheit in die Welt kommt in die Hand nahm: die biologischen, physikalischen, chemischen, sprachlichen und gesellschaftlichen Hintergründe und Zusammenhänge – Zapfenzellen, Strukturfarben, Wellenlängen, organische und anorganische Pigmente, Benennungskonventionen sowie kulturhistorische Faszinationen rund um die Farbe Blau – alles verständlich und ansprechend als Sachinformation aufbereitet.
Dieses Buch inspirierte „Central Blutinizer“ – vollständiger Titel: „Central Blutinizer – Two Blues Chemistry“. Mehrere Nuancen von YInMn (2E5090) auf Preußischblau-Faserpapier (003153). „Central Blutinizer“ ist eine Farb-Text-Abstraktion, die fragmentarische Informationen über zwei anorganische Blautöne verarbeitet: YInMn Blue (auch bekannt als Oregon Blue oder Mas Blue nach seinem Entdecker; entdeckt 2009) und das ältere Preußischblau (auch Berliner Blau oder Stahlblau genannt; entdeckt 1704).
Der Central Blutinizer sagt: „Natürliche“ Blaufärbung beim Menschen entsteht durch anorganische Pigmente, die über zwei Typen von Zapfenzellen wahrgenommen werden.
