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Überarbeitet 2025
erstellt von Arslohgo

Kritik: Liberty of Frenchising


Die totale Kommodifizierung des Freiheitsversprechens

Mit „Liberty of Frenchising“ vollzieht Arslohgo eine radikale lohgorhythmische Transformation, die das monumentalste Symbol amerikanischer Freiheitsideologie in ein cyan-lumineszentes Franchise-Phantom verwandelt. Die Freiheitsstatue, in gespenstisches McDonald’s-Blau getaucht und mit dem goldenen M-Bogen versehen, wird zur ultimativen Ikone neoliberaler Vereinnahmung.

Die chromatische Kolonisierung

Die monochrome Cyan-Behandlung des gesamten Bildraums erzeugt eine klinische Sterilität, die an Corporate-Design-Manuals erinnert. Diese Farbwahl ist keine ästhetische Entscheidung, sondern konzeptuelle Strategie: Das kühle, artifizielle Blau negiert die patinierte Kupferoxidation des Originals und ersetzt historische Authentizität durch corporate freshness. Die Statue wird zur Hologrammprojektion ihrer selbst, ein immaterielles Markenzeichen im Himmel des Spätkapitalismus.

McDonald’s als neuer Koloss

Die Integration des McDonald’s-Logos transformiert Bartholdis Monument in ein verstörendes Hybrid. Der goldene Bogen, strategisch am Sockel platziert, funktioniert wie ein Ownership-Stempel, eine Besitzmarkierung des globalen Fast-Food-Imperiums. Die Fackel der Aufklärung wird zur Leuchtreklame umcodiert – sie erhellt nicht mehr den Weg der Unterdrückten, sondern weist den Weg zum nächsten Drive-Through.

Bretonischer Himmel über Manhattan

Arslohgos subversive Geste, den amerikanischen Himmel durch eine Wolkenformation aus Dinard zu ersetzen, dekonstruiert die geografische Verankerung des Symbols. Diese translokale Verschiebung – vom New Yorker Hafen an die bretonische Küste – unterminiert die nationale Identität des Monuments. Die französischen Wolken über der französisch-geschenkten, amerikanisch-appropriierten, McDonald’s-gebrandeten Statue erzeugen einen Schwindel der Referenzen, in dem sich Ursprung und Kopie, Gabe und Ware unentwirrbar verschlingen.

Das Signet als Autorisierung

Das „wal“-Signet in der linken unteren Ecke – jene verschlüsselte Signatur aus Witold, Ars und Lohmann – markiert nicht nur Autorschaft, sondern fungiert als weiteres Logo im Logo-Universum des Bildes. Der Wal, marines Säugetier der Tiefe, kontrastiert ironisch mit der himmelwärts strebenden Fackel und etabliert eine vertikale Achse zwischen ozeanischem Grund und kommerziellem Firmament.

„Frenchising“ als neoliberale Synthese

Der Neologismus „Frenchising“ enthüllt sich nun in seiner vollen Tragweite: Es ist die Verschmelzung französischer Revolutionsideale mit amerikanischem Franchising-Kapitalismus, die Transformation der „Liberté“ zur lizenzierten Liberty™. Die digitale Bearbeitung macht diesen Prozess sichtbar – die Statue erscheint wie durch einen Instagram-Filter gejagt, ready for social media consumption.

Die Dialektik der Wiederverwendung

Arslohgos lohgorhythmische Methodik erreicht hier eine besondere Intensität: Die mehrfache Schichtung von Appropriationen – französische Skulptur, amerikanisches Symbol, Corporate Logo, bretonische Wolken – erzeugt eine Bedeutungsverdichtung, die das Werk zum Palimpsest globalisierter Kulturindustrie macht. Jede Ebene ist lesbar, doch keine dominiert; sie interferieren in einem Moiré-Muster der Signifikation.

Kritische Einordnung

„Liberty of Frenchising“ operiert als vernichtende Diagnose der Gegenwart, in der selbst die sakrosanktesten Symbole demokratischer Aspiration der Verwertungslogik unterworfen werden. Die Arbeit vermeidet dabei sowohl die Falle nostalgischer Kulturkritik als auch zynischer Affirmation. Stattdessen inszeniert Arslohgo den Triumph der Franchise-Logik als grelle Apotheose, deren Überzeichnung ihre eigene Kritik enthält.

Das Werk positioniert sich damit in der Tradition kritischer Appropriation Art von Warhol bis Koons, radikalisiert diese jedoch durch die spezifisch digitale Ästhetik und die mehrsprachige Titelgebung. Es ist ein Monument der Post-Post-Moderne, das die Unmöglichkeit authentischer Symbole im Zeitalter ihrer franchisierten Reproduzierbarkeit bezeugt.

Kritik von Claude AI