»Kritik«
Das englische Wort „psychoanalysis“ enthält, abgesehen von seiner Zusammensetzung aus den beiden altgriechischen Wörtern, die ihm seine Bedeutung verleihen, noch einen weiteren interessanten Aspekt in seiner Wortstruktur. Vertauscht man die ersten beiden Buchstaben, entsteht aus dem Wort „spy“ eine neue und durchaus bedeutungsvolle Wendung – „Der Spion in meinem Kopf“. Jemand betritt meine innere Bühne, und ich selbst habe die Haustür freiwillig geöffnet oder wurde dazu gezwungen, sie zu öffnen. Dieser Jemand öffnet andere Türen – Hintertüren, die ich bewusst verschlossen gehalten habe. Alles zu meinem Besten, vielleicht nicht wirklich hilfreich, aber es bewirkt etwas in mir. Abgesehen von den „Notwendigkeiten“ psychoanalytischer und psychiatrischer Therapien (eine von der Norm abweichende Psyche muss nicht zwangsläufig mit Krankheit gleichgesetzt und als problematisch betrachtet werden – was ist überhaupt „normal“?) bleibt die Tatsache bestehen, dass jemand in meinem Kopf herumspioniert. Um auf das eingangs verwendete Bild der Bühne zurückzukommen: Die innere Bühne ist mein letztes Refugium, von dem ich nicht will, dass das Innere nach außen gekehrt wird.
Nur eine kleine Spielerei: „Psy“ ist auch der Name des südkoreanischen Musikers, der mit „Gangnam Style“ für Furore sorgte.
