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Überarbeitet 2025
erstellt von Arslohgo
Poetica

»Kritik« 

Ein POEster über einen Schriftsteller, der nach 200 Jahren noch immer nicht vergessen ist, ebenso wenig wie seine Werke – „POEtica“ ist eine Hommage an einen hochintelligenten, eloquenten (wenn nüchternen) Schriftsteller, der als einer der ersten Amerikaner seinen kargen Lebensunterhalt ausschließlich mit dem Schreiben verdiente. Er war eine vielschichtige, sensible Persönlichkeit mit realen Problemen – Alkoholismus, Depressionen, paranoiden Zügen und selbstzerstörerischem Verhalten. So verwundert es nicht, dass der Poe-Mythos das Bild eines verrückten, alkoholkranken Genies zeichnet. Doch er ist auch der Erfinder der Detektivgeschichte, ein Meister des psychologischen Horrors mit einem nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Symbolismus und Moderne. In der theoretischen Auseinandersetzung mit Wesen, Regeln und Möglichkeiten der Poetik (daher der Werktitel „POEtica“) lässt sich sagen, dass Poe bereits zu seiner Zeit zentrale Ideen der strukturalistischen Poetik vorwegnahm. Seine Texte funktionieren als komplexe Zeichensysteme, die ihre eigene Poetik reflektieren. Seine Betonung der Form gegenüber dem Inhalt und sein Verständnis von Literatur als kalkuliertem System machen ihn zu einem Wegbereiter im Verständnis davon, wie Literatur als Zeichensystem funktioniert.