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Überarbeitet 2025
erstellt von Arslohgo
Unseen Gazes in Desolate Landscape

»Kritik« 

Ich liebe neblige, verhangene Tage – sie verwandeln die Welt in einen Zustand aufregender Unwirklichkeit, wenn der Nebel alle Geräusche außer den eigenen dämpft und alles irgendwie ein wenig verlangsamt, wenn der Dunst einen glauben lässt, man sähe Dinge, die gar nicht existieren. Allerdings muss ich zugeben, dass solche Situationen sehr ambivalent wahrgenommen werden können und nicht immer nur aufregend geheimnisvoll sind. Im Gegenteil, sie können auf vielfältige Weise bedrohlich und beängstigend wirken, je nach individueller Verfassung und der Umgebung, in der man sich befindet. „Unseen gazes“ fängt genau diese Art bedrohlicher Wahrnehmung ein.

Das Werk zeigt einen an sich schon surrealen Ort an einem nebligen, verhangenen Tag – einen stehenden Tümpel mit abgestorbenen Bäumen in einer Moorlandschaft. An einem strahlenden Sonnentag wäre er sicherlich sehenswert und beeindruckend, doch wenn man allein im Nebel am Wasser steht, kann sich das völlig anders anfühlen. Es beschleicht einen das Gefühl, beobachtet zu werden, eine seltsame Präsenz in der Einsamkeit, wenn die Landschaft im Dunst verschwimmt und es ist, als würde die Landschaft selbst zum Beobachter. Und weil Landschaften eigentlich nicht schauen können, nimmt der Beobachter menschliche Züge an. In solchen Momenten scheint die Grenze zwischen belebter und unbelebter Natur zu verschwimmen. Jeder verdorrte Baumstumpf könnte eine Gestalt sein, jede Bewegung im Augenwinkel lässt einen zusammenzucken. Der Tümpel liegt still und dunkel da.

Paradoxerweise ist es gerade die offensichtliche Abwesenheit von Leben – die toten Bäume, das trübe Wasser, die Stille –, die ein intensives Gefühl von Anwesenheit erzeugt.