»Kritik«
„MUNKEHUSET“ – Ausgehend vom Nachnamen des norwegischen Malers Edvard Munch hat sich eine „Geschichte“ entwickelt, in der Vergangenheit und Gegenwart, Fiktion und Realität, Malerei und Literatur, Norwegisch und Deutsch aufeinandertreffen, wobei die Sprache das verbindende Element darstellt. „Munch“ steht höchstwahrscheinlich in Verbindung mit dem altnordischen Wort für „Mönch“ (munkr). Im Deutschen leitet sich ‚Münch‘ vom mittelhochdeutschen Wort für „Mönch“ (münich) ab. Angesichts der Ähnlichkeit der beiden Schreibweisen – der einzige Unterschied sind die Umlautpunkte über dem ‚u‘ im deutschen Wort – liegt eine Assoziation mit „Münchhausen“ nahe. Diese Assoziation bezieht sich auf die literarische Figur des „Lügenbarons“ Baron Münchhausen, und dieser Name führt wiederum zu einem Verweis auf das Munch-Museum in Oslo und damit zum Titel des Werkes.
Das Munkehuset (Munch-Museum), das ausschließlich Edvard Munch gewidmet ist und den kompletten künstlerischen Nachlass enthält, den Munch der Stadt Oslo vermachte, erhebt sich aus einer beeindruckenden Wolkenformation über dem Oslofjord. Hier begegnet Munch (im Inneren des Gebäudes) dem neuen Museumsgebäude, das Ende 2021, fast 80 Jahre nach seinem Tod, eröffnet wurde – ein Paradoxon von Zeit und Realität, das nur in Kunst und Literatur aufgelöst werden kann. Die Tatsache, dass Baron Münchhausen oben links im Bild aus einer Wolkenlücke auf seiner Kanonenkugel herausreitet, unterstreicht den fiktionalen Charakter der Bildrealität. Als eigentlicher Namensgeber des Munkehuset darf er nicht fehlen.
Die einzelnen Bestandteile des Werks stammen allesamt aus frei zugänglichen Bildern des weltweiten Netzes. Das Hintergrundbild – der Himmel über dem Oslofjord – ist einem Foto des Munch-Museums entnommen, ebenso wie die Museumsabbildung, die modifiziert und an die Wolken angepasst wurde. Auch die beiden Personen stammen aus dem weltweiten Netz.
