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Überarbeitet 2025
erstellt von Arslohgo
MCE Dream Deconstructed & Rebuilt

»Kritik«

Eschers „Traum“-Struktur erfährt hier eine umfassende architektonische Umgestaltung bei gleichzeitiger Perspektivverschiebung. Wir entfernen uns vom kryptaartigen Raum mit der auf dem aufgebahrten Bischof sitzenden Gottesanbeterin hin zu einer Wand mit bullaugenförmiger Öffnung, die den Blick auf einen den Nachthimmel beherrschenden Pharao in einem Innenhof freigibt. Geografisch verlagern wir uns vom (west-)europäischen in den nordafrikanischen Sozialraum, wobei das säkularisierte Thema religiöser Macht bestehen bleibt, auch wenn sich die Form der „göttlichen Statthalterschaft auf Erden“ wandelt.

Eschers markante helle Gewölbestruktur über den Säulen wird im Wesentlichen dupliziert und als untere Hälfte einer Wand in gespiegelter Form grob rekonstruiert, wodurch eine große ovale Öffnung entsteht. Das Mauerwerk wurde leicht verzerrt, sodass bei genauer Betrachtung ein Eindruck des Unwirklichen entsteht. Wo zuvor christliche Begräbnissymbolik das Bild beherrschte, führt der Blick nun durch die Öffnung zu einem Pharao, der im Hintergrund den Nachthimmel ausfüllt. Der aufsteigende Bodennebel – ein Wolkenausschnitt aus einer Himmelsaufnahme – signalisiert die beginnende Auflösung des Konstrukts.

„MCE Dream Deconstructed & Rebuilt“ ist im Grunde meine zweite Transformation von Eschers „Traum“. Diese Gewölbestruktur hatte ich bereits in einer Tuschzeichnung („French Vacation“) in den frühen 1990er Jahren neu kontextualisiert.